Kriegskinder von Halbe

Stein aus Herz mit der Aufschrift "In Liebe" auf dem Waldfriedhof Halbe. Foto: Dörthe Ziemer

Lesung, Doku-Theater und Schreibwerkstatt in Halbe

Orte öffentlicher Erinnerung an die Schrecken von Krieg und Gewalt, wie beispielsweise der Waldfriedhof in Halbe, sind elementar für unsere Gesellschaft. Wie sieht es aber mit der Erinnerung in den Familien aus? Neben Zeitzeugenberichten gerät zunehmend die Perspektive der Kriegskinder und Kriegsenkel in den Fokus.

Eine dreiteilige Reihe im Halber Kaiserbahnhof soll beleuchten, wie Traumata dieser Generationen bis heute Beziehungen in Familien prägen. Erfahrungsberichte von Kriegskindern und Kriegsenkeln sind häufig der Schlüssel zu den Beziehungen in den Familien, die über Generationen hinweg von schweren Traumata geprägt sein können. Was ist in Familien während und nach dem Krieg, während Flucht und Ankommen passiert? Wie wirkt sich fehlende Verarbeitung solcher Erlebnisse auf künftige Generationen aus?

Ziel des Projektes ist es, die Zuhörer zu befähigen, in ihre eigenen Familiengeschichten zu schauen. Das Projekt soll Gespräche in Familien in Gang setzen und Selbsterkenntnisprozesse fördern.

25. September, 17 Uhr, Kaiserbahnhof
„Der Krieg in mir“ – Film- und Gesprächsabend
Zahlreiche Autoren und Filmemacher beschäftigen sich mit dem Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass extreme Stresserfahrungen genetisch weitervererbt werden können. Der Filmemacher Sebastian Heinzel untersucht in seinem Film „Der Krieg in mir“ die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf seine Familie und folgt den Spuren seines Großvaters, der als Wehrmachtssoldat in Weißrussland war. Dabei entdeckt er erstaunliche Verbindungen zu seiner eigenen Geschichte und den Kriegsträumen, die ihn seit Jahren verfolgen.

16. Oktober, 17 Uhr Kaiserbahnhof
Doku-Theater „Maria sieht uns“
Das Stück handelt von einem Dorf an der Oder. Dort begegnen sich eine polnische Hausverkäuferin und eine deutsche Hauskäuferin. Erst bei den Verhandlungen wird deutlich, dass sich hier die Nachfahren der doppelten Vertreibung gegenüberstehen… von und mit Merle Hilbk und Thomas Avenhaus sowie der Musikerin Joanna Gemma Auguri.

6. November, 17 Uhr, Kaiserbahnhof
Werkstatt „Biografisches Schreiben“
Schreiben hilft, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu verarbeiten. Der Workshop „Biografischen Schreiben“ vermittelt Schreib-, Recherche- und Kreativtechniken. Darüber hinaus bekommen die Teilnehmer Tipps zur Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte.

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